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Auswahl: [Amnesty International]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>5. Oct 2014 19:13

Asylrecht ist ein Menschenrecht: Unsere Solidaritaet ist gefragt!


Ich habe selten so viel Hilfsbereitschaft und aufopferungsvolles Engagement
von Menschen erlebt wie in den vergangenen Tagen auf Lampedusa und Sizilien:
Obwohl die Menschen teilweise selbst nicht viel haben, setzen sie sich mit
viel Empathie für Flüchtlinge ein, die es über die gefährliche Route über das
Mittelmeer nach Europa geschafft haben. Dieses Handeln sollte sich ganz Europa
zum Vorbild nehmen!

Gemeinsam mit Selmin Çalkan, der Generalsekretärin von Amnesty in
Deutschland, und einer internationalen Amnesty-Delegation bin ich in Italien
unterwegs gewesen, um gegen die inhumane Flüchtlingspolitik der EU zu
protestieren und um ein Zeichen der Solidarität zu setzen - mit den
Flüchtlingen, aber auch mit den beeindruckenden Menschen, die sie unterstützen.

Lesen Sie unsere Beiträge über die Reise im Amnesty-Blog! Hier klicken:
http://blog.amnesty.de

Während Menschen vor Ort helfen, investiert die EU immer noch ein Vielfaches
in Systeme der Abschottung und nicht in Systeme der Rettung. Weil die
Landrouten über Griechenland und Bulgarien mittlerweile unter anderem durch
meterhohe Zäune versperrt sind, versuchen Flüchtlinge zunehmend, über das
Mittelmeer Europa zu erreichen. Hunderte schweben jede Woche zwischen Leben
und Tod, zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Viele sterben auf der Flucht über
das Meer. Wie die Abschottungspolitik der EU und die fehlende gemeinsame
Verantwortung bei der Seenotrettung dazu beitragen, dass die Zahl der
Todesopfer immer weiter steigt, dokumentiert ein aktueller Amnesty-Bericht.

In Italien trafen wir Menschen, die auf ihrem Weg nach Europa Schreckliches
erlebt haben und durch die italienische Marine gerettet wurden. Mitarbeiter
der italienischen Marine und Küstenwache berichteten von ihrem unermüdlichen
Seenotrettungseinsatz, den sie für selbstverständlich halten und den Italien
bisher ganz allein finanziert und organisiert. Wir trafen uns auch mit
Ordensschwestern und Aktivisten, die Flüchtlinge bei sich aufgenommen haben,
sie mit Essen und Kleidung versorgt oder Asylberatungen organisiert haben.

Niemand fühlte sich, als hätte er oder sie etwas Heldenhaftes getan. Die
Helfer sind bescheiden, fast demütig, weil sie mit eigenen Augen menschliche
Tragödien miterlebt haben - und auch die Ohnmacht angesichts des
allgegenwärtigen Todes. Aber es steht für sie außer Frage, dass sie das
Richtige tun.

Doch dabei fühlen sie sich von Behörden und Politikern im Stich gelassen. Wie
uns die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini, berichtete, waren es
die Menschen auf Lampedusa, die sich um die Flüchtlinge kümmerten - und nicht
die Behörden oder Politiker, weder in Italien noch auf EU-Ebene. Sie fand
deutliche Worte: "Es ist eine Schande für Europa, wie die Flüchtlinge und die
Inselbewohnerinnen und -bewohner immer wieder allein gelassen werden".

Und damit hat sie recht!

Menschen, Schutzbedürftige, dürfen nicht in die Illegalität gezwungen werden
bei ihrem Versuch, in Europa Asyl zu beantragen. Deshalb unterstütze ich die
Forderung von Amnesty zur Schaffung von sicheren Fluchtwegen, die Menschen die
Möglichkeit geben, bei uns Schutz zu suchen. Das sollte nach dem Ende des
Zweiten Weltkrieges und der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte eine Selbstverständlichkeit sein: Asyl ist ein Menschenrecht!

Unterstützen Sie uns dabei und unterzeichnen Sie die Online-Petition von
Amnesty International: http://www.amnesty.de/sos-europa

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Benno Fürmann

Schauspieler und Unterstützer von Amnesty International

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