CL Startseite
Termine
Über uns
Das /CL-Netz
KuNM e.V.
Uns unterstützen
Impressum
Teilnehmen
Anmelden
Schreiben
Angenehmer lesen
RSS
Kontakt
/CL bei G+

Links
/CL-Netz Online-Medien Radio Fernsehen Zeitungen & Zeitschriften Wissen Mehr Links
Auswahl: [Amnesty International]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>3. Aug 2014 01:40

ai: Israel/Gaza: Angriff auf UN-Schule muss untersucht werden


Israel/Gaza: Angriff auf UN-Schule muss untersucht werden

30. Juli 2014 - 30. Juli 2014 - In der Nacht zum 30. Juli sind bei einem Angriff auf eine Grundschule in der Stadt Dschabalija im Gazastreifen, in der mehr als 3 000 vertriebene Zivilpersonen Zuflucht gefunden hatten, mindestens 20 Menschen getötet worden. Die Schule befindet sich in dem dicht besiedelten Flüchtlingslager der Stadt. Amnesty International betrachtet diesen Angriff als potenzielles Kriegsverbrechen und fordert eine unabhängige Untersuchung.

Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) hat vor Ort die Trümmer untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Schule von der israelischen Armee mit Artillerie beschossen wurde, obwohl das Hilfswerk der israelischen Armee die Koordinaten der Schule bereits 17 Mal durchgegeben hatte. Dies ist bereits der sechste Angriff auf eine UN-Schule im Gazastreifen seit Beginn der Operation "Protective Edge" (Schützende Klippe) am 8. Juli.

"Falls der Angriff vom Artilleriefeuer der israelischen Armee ausging, ist er als wahlloser Angriff zu bezeichnen, der wahrscheinlich einem Kriegsverbrechen gleichkommt. Artilleriewaffen dürfen in dicht besiedelten Gebieten niemals eingesetzt werden. Ein solches Vorgehen würde niemals als "gezielter" Militärschlag betrachtet werden", so Philip Luther, Experte für die Regionen Naher Osten und Nordafrika bei Amnesty International.

"Da die Zahl der zivilen Todesopfer dramatisch ansteigt, ist Israel dazu verpflichtet, alle möglichen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor weiteren Schäden zu ergreifen. Es ist schrecklich, dass die Menschen, die Israels Warnung, ihre Häuser zu verlassen, befolgt hatten, letztendlich verletzt oder getötet wurden in einer UN-Schule, die ihnen Zuflucht hätte bieten sollen".

Es ist unvermeidlich, dass der wiederholte Artilleriebeschuss von dicht besiedelten zivilen Gebieten neben dem angestrebten Angriffsziel auch zu rechtswidrigen Tötungen und Verletzungen von Zivilpersonen sowie zur Zerstörung und Beschädigung ziviler Gebäude führt. Die israelischen Streitkräfte sind bereits 2008/2009 derart rücksichtslos vorgegangen. Im Zuge der Operation "Geschmolzenes Blei" wurden damals etwa 1 400 Palästinenser getötet, die Mehrheit von ihnen Zivilpersonen.

Den Informationen von UNRWA zufolge hat das Hilfswerk in den letzten Wochen in drei Fällen Vorräte an palästinensischen Raketen in Schulen gefunden, die zu dem Zeitpunkt nicht als Flüchtlingsunterkünfte genutzt wurden. Amnesty International fordert die Hamas und alle bewaffneten palästinensischen Gruppen auf, keine Munition in UN-Einrichtungen und anderen zivilen Gebäuden zu lagern, um die Zivilbevölkerung nicht in Gefahr zu bringen.

Der Angriff auf die UN-Schule erfolgte einen Tag nach dem Beschuss und der schweren Beschädigung des einzigen Kraftwerks im Gazastreifen. Es dauert möglicherweise mindestens ein Jahr, bis es wieder repariert ist.

"Der Beschuss des Kraftwerks, infolgedessen die 1,8 Millionen BewohnerInnen des Gazastreifens und unzählige Krankenhäuser ohne Strom und Wasser auskommen mussten, hat schwerwiegende humanitäre Auswirkungen und stellt aller Wahrscheinlichkeit nach ein Kriegsverbrechen dar. Es gibt keine Rechtfertigung dafür, eine zivile Einrichtung anzugreifen, von deren unverzichtbaren Dienstleistungen so viele Menschen abhängen. Die Folgen dieses Angriffs sind erschütternd und könnten einer Kollektivstrafe für die Bevölkerung des Gazastreifens gleichkommen", so Philip Luther.

"Letzte Woche richtete der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen eine Kommission zur Untersuchung der Völkerrechtsverstöße im aktuellen Konflikt ein. Im Gegensatz zu den Untersuchungen vorheriger Konflikte im Gazastreifen müssen die jetzigen Untersuchungen dieser und anderer potenzieller Kriegsverbrechen dazu führen, dass die Verantwortlichen gemäß dem Völkerrecht zur Rechenschaft gezogen werden".


Lesen Sie hier den Artikel "Israel/Gaza: Fragen und Antworten zum aktuellen Gaza-Konflikt"
https://www.amnesty.de/2014/7/31/israelgaza-fragen-und-antworten-zum-aktuellen-gaza-konflikt?destination=startseite
Kommentare
Bisher keine Antworten oder Kommentare.
Auswahl: [Amnesty International]