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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>19. Nov 2014 21:53

Gesetzesaenderung fuer Intersexuelle zeigt kaum Wirkung


"Panorama 3": Gesetzesänderung für Intersexuelle zeigt kaum Wirkung

Hamburg (ots) - Die Neuregelung des Personenstandgesetzes
zugunsten intersexueller Menschen zeigt ein Jahr nach der Einführung
kaum Wirkung: Bundesweit wurde für lediglich acht Kinder das
Geschlecht bei der Anmeldung auf dem Standesamt offen gelassen
(Zeitraum November 2013 bis Juli/August 2014). Das berichtet das
NDR-Politikmagazin "Panorama 3" (Sendung: Dienstag, 18. November,
21.15 Uhr, NDR Fernsehen) und zitiert dabei aus der Antwort des
Bayerischen Sozialministeriums auf eine schriftliche Anfrage des
Landtagsabgeordneten Peter Bauer (Freie Wähler).

Das Personenstandgesetz war zum 1. November 2013 geändert worden.
Bei Kindern, die weder eindeutig als Jungen noch als Mädchen geboren
werden, wird der Geschlechtseintrag offen gelassen. Zuvor hatte der
Deutsche Ethikrat gefordert, dass Eltern für ihre intersexuellen
Kinder statt der Eintragung "weiblich" oder "männlich" die neue
Bezeichnung "anderes" wählen können.

Das Mitglied des Deutschen Ethikrates Michael Wunder sagte
gegenüber "Panorama 3": "Die geringe Zahl der Eintragungen liegt an
der mangelnden Information der Eltern." Er fordert Ärzte dazu auf,
die Eltern früh und umfänglich aufzuklären und dabei auf die
Möglichkeit hinzuweisen, das Geschlecht offen zu lassen.

Schätzungen zufolge kommt jedes 5000. Kind in Deutschland mit
uneindeutigem Geschlecht auf die Welt. Da in Deutschland jährlich
rund 680.000 Kinder geboren werden, müsste statistisch die Zahl von
Kindern ohne eindeutiges Geschlecht deutlich höher sein als die acht
tatsächlich Gemeldeten.

Von den acht Kindern leben vier in Nordrhein-Westfalen, zwei in
Niedersachsen und je eines in Baden-Württemberg sowie
Mecklenburg-Vorpommern. In fünf dieser acht Fälle wurde das
Geschlecht wenige Monate nach der Geburt nachträglich angezeigt.

Interessengruppen kritisieren nach wie vor, dass Kinder in
Deutschland zu häufig sogenannten geschlechtsangleichenden
Operationen unterzogen werden, obwohl dies medizinisch nicht
indiziert wäre. Michael Wunder: "Es ist davon auszugehen, dass noch
immer frühkindliche Operationen durchgeführt werden."

Weitere Informationen zur Sendung finden Sie unter www.panorama.de

OTS: NDR Norddeutscher Rundfunk
newsroom: http://www.presseportal.de/pm/6561
newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_6561.rss2

Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Ralph Coleman
Tel: 040-4156-2302

http://www.ndr.de
https://twitter.com/ndr
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